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90 Festnahmen bei Mafia-Razzia in Europa und Südamerika

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Schlag gegen das organisierte Verbrechen: Mit Durchsuchungen und Festnahmen in mehreren Ländern ist die Polizei gegen Mafia-Mitglieder vorgegangen.

Polizisten stehen in einem Eiscafé in der Duisburger Innenstadt.

Bei internationalen Mafia-Razzien sind nach Angaben der italienischen Polizei insgesamt 90 Menschen festgenommen worden. Bei der Aktion gegen die kalabrische ‘Ndrangheta seien Verdächtige in Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und in Ländern Südamerikas gefasst worden, teilte die Polizei am Mittwoch auf Twitter mit. Ihnen wird unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und die Zugehörigkeit zu einer Mafiaorganisation vorgeworfen.

In Deutschland gab es Einsätze in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Der Schwerpunkt sei in NRW, sagte eine BKA-Sprecherin. „Die Maßnahmen dauern derzeit noch an.“ Laut „Bild.de“ wurden bundesweit mehr als 100 Objekte durchsucht, darunter auch Pizzerien. Einsätze gab es demnach etwa im Rheinland und im Ruhrgebiet. Nach Angaben von „Spiegel Online“ soll es weitere Durchsuchungen in Thüringen und Berlin gegeben haben. Dies wurde vom BKA jedoch ausdrücklich dementiert.

In Bayern durchsuchten die Ermittler zwei Objekte. Sie liegen im Osten des Großraums München, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Ermittlerkreisen erfuhr. Festgenommen wurde dort niemand.

Die kalabrische ‘Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. So gehen die Mafia-Morde von Duisburg im Jahr 2007 auf ihr Konto.

Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordiniert die internationale Aktion. Sie will um 12 Uhr am Mittwoch in Den Haag über die Ermittlungen informieren. Das BKA will am Nachmittag (15 Uhr) Details bekanntgeben. Wie viele Verdächtige festgenommen wurden und wo genau die Durchsuchungen waren, wurde zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa gab es auch in Südamerika Einsätze.

Erst am Dienstag hatte die italienische Polizei Dutzende Mafiosi festgenommen, darunter den neuen Chef der Cosa Nostra auf Sizilien, Settimo Mineo. Die Cosa Nostra ist in Sizilien beheimatet und besteht aus einigen wenigen Familien. Sizilien gilt allgemein als Ursprungsort der italienischen Mafia, die neben der Cosa Nostra drei weitere große Organisationen kennt: die ‘Ndrangheta in Kalabrien, die Camorra in Neapel und Kampanien sowie die Sacra Corona Unità in Apulien. (Tsp, dpa)

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