Gesundheit

Alzheimer oder Demenz? Unterschiede und Verlauf der Krankheiten

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Demenz: Alzheimer ist eine Form von Demenz, bei der die Nervenzellen im Gehirn schrittweise absterben. (Quelle: Symbolbild/INSADCO/imago)

Einer Studie der “Deutschen Angestellten Krankenkasse” (DAK) zufolge hat inzwischen jeder zweite Deutsche Angst davor, im Zuge des Älterwerdens an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Aber was ist Alzheimer eigentlich? Und wie unterscheidet es sich von Demenz?

Überblick

Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die mit dem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern und Orientierung einhergehen. Alzheimer stellt eine spezielle Form der Demenz dar. Sie ist sogar die häufigste Form, denn rund 60 Prozent aller Demenzerkrankungen werden durch die Alzheimer-Demenz hervorgerufen. Weitere Demenzformen sind unter anderem: 

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Alzheimer: Was mit den Nervenzellen geschieht

Bei der Alzheimer-Demenz handelt es sich um eine hirnorganische Krankheit, die durch das schleichende Absterben von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Laut Studien sind kleine Eiweißablagerungen im Gehirn von Betroffenen größenteils verantwortlich für das Absterben der Nervenzellen. Als weitere Ursache zählt das Ungleichgewicht des Botenstoffs Glutamat im Gehirn und die Übertragungsstellen werden zerstört, die der Informationsweiterleitung und -verarbeitungen dienen. Als Folge all dieser Störungen schwindet dann das Gedächtnis. 

Welche Ursachen hinter der neurodegenerativen Erkrankung stecken, die von Alois Alzheimer beschrieben wurde, konnte bislang nicht genau geklärt werden. Doch man geht davon aus, dass vor allem genetische Faktoren eine große Rolle spielen. 

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Symptome und Krankheitsbild der Erkrankten

Übliche Anzeichen, die auf Alzheimer hinweisen, sind beispielsweise:

Alzheimer kann schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten. Je höher aber das Lebensalter ist, desto wahrscheinlicher wird eine Erkrankung, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Der Verlauf von Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz entwickelt sich über mehrere Stufen hinweg. Die Krankheit beginnt mit leichter Vergesslichkeit und kann im Verlauf die eigene Persönlichkeit stark verändern. Die Stufen können sich überschneiden, sodass eine scharfe Abgrenzung schwer möglich ist.

  • Im Frühstadium der ersten Stufe zeigen sich noch keine Anzeichen von Demenz.
  • Mit dem Fortschreiten der Krankheit klagen die Betroffenen über erste Gedächtnislücken und verlegen Gegenstände. Häufig versuchen sie, die zunehmende Vergesslichkeit zu kaschieren oder durch Merkhilfen aufzufangen. Die Symptome können von den Angehörigen leicht mit altersbedingten Beschwerden verwechselt werden.
  • Ab Stufe drei verlieren die Erkrankten zunehmend an Fähigkeiten. Es fällt ihnen zunehmend schwer, sich an Namen und Wörter zu erinnern. Sie haben Probleme, sich bei der Arbeit zurechtzufinden und vergessen Inhalte, die sie gerade gelesen haben.
  • In diesem Stadium nimmt die Vergesslichkeit stark zu. Die Patienten können sich an Ereignisse aus der Vergangenheit nicht erinnern, haben Schwierigkeiten beim Organisieren und bei einfachen Rechenaufgaben.
  • Bei Stufe fünf sind die Betroffenen auf Hilfe im Alltag angewiesen. Das Erinnern und einfache Rechenaufgaben fallen immer schwerer und die Orientierung in Zeit und Raum geht verloren.
  • Schreitet die Krankheit voran, dann wird der Betroffene zum Pflegefall. Er kann Menschen nicht mehr erkennen, benötigt Hilfe beim Anziehen und beim Toilettengang. Die Persönlichkeit kann sich grundlegend verändern.
  • Im Endstadium der Alzheimer-Krankheit kann der Patient kaum mehr mit dem Umfeld interagieren. Die Kontrolle über die Muskeln schwindet immer weiter, so dass auch das Schlucken schwerer wird. Der Kranke ist jetzt ein schwerer Pflegefall.
  • Alzheimer und Alter: Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, nimmt im Alter zu. Werden alle Altersgruppen zusammengefasst, ist etwa jeder 13. Mensch über 65 Jahren betroffen. Doch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen. Etwa ab dem 50. Lebensjahr können vereinzelte Fälle auftreten. Von den 65- bis 69-Jährigen ist bereits jeder Hundertste betroffen, unter den 80- bis 84-Jährigen ist es schon jeder Siebte und von den über 90-Jährigen leidet sogar jeder Dritte an Alzheimer.

    Nur vergesslich? Welche Risikofaktoren eine Rolle spielen

    Dennoch: Es gibt auch eine ganz normale Vergesslichkeit, bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger stark ausgeprägt. Dies ist kein Grund zur Sorge, denn zunehmend lassen bei den meisten Menschen die geistigen Fähigkeiten nach. So ist einer der größten Risikofaktoren, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, das Alter.

    Weitere Faktoren, die das Risiko für die Erkrankung erhöhen können, sind:

    Zudem konnte man feststellen, dass mehr Frauen als Männer an Alzheimer erkrankt sind. Die Anfälligkeit für die Erkrankung unterscheidet sich jedoch nicht im Geschlecht – der einzige bisher bekannte Grund, warum es mehr Patientinnen als Patienten gibt, ist die Tatsache, dass Frauen länger leben und somit älter werden.

    Diagnose: Alzheimer rechtzeitig erkennen

    Wenn Sie unter 50 Jahre alt sind und bei Ihnen über längere Zeit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Orientierung auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um sich Gewissheit zu verschaffen. Denn je schneller eine Demenz-Erkrankung diagnostiziert wird, desto eher kann man dem Betroffenen mit einer angemessenen Behandlung helfen.

    Die Entwicklung von Alzheimer kann mit Medikamenten verlangsamt werden. Deshalb ist es wichtig, schon bei ersten Anzeichen der Krankheit einen Arzt zu konsultieren. Bei ersten Symptomen wie verstärkter Vergesslichkeit und beginnenden Problemen bei der Wortfindung ist also Vorsicht geboten. Auch das Gespräch mit Angehörigen und Freunden kann hilfreich sein, denn oft werden Symptome von Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen.

    Behandlung und Therapie der Alzheimer-Krankheit

    Vollständig behandeln lässt sich die Alzheimer-Demenz zwar leider nicht, doch bestimmte Maßnahmen sowie die Behandlung mit Medikamenten können den Krankheitsverlauf hinauszögern. 

    Folgende Medikamente werden bei  eingesetzt:

    Neben der Einnahme von Medikamenten lässt sich die Krankheit lindern, wenn die Lebensumstände stabil sind und der Patient durch therapeutische Maßnahmen unterstützt wird, wie zum Beispiel: 

    Vorbeugung der Alzheimer-Demenz

    Laut der Alzheimer Forschung Initiative e.V. helfen folgende Maßnahmen, um das Alzheimer-Risiko zu senken: 

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