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Suche nach Containern in Nordsee gestaltet sich schwierig

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Rund 300 Container sind in stürmischer See über Bord gegangen. Drei könnten Gefahrgut enthalten. Experten fordern nun Peilsender für Gefahrgut.

Container vom Bord der “MSC Zoe” schwimmen im Meer.

Nach der Havarie des Riesen-Frachters „MSC Zoe“ geht an diesem Freitag die Suche nach verloren gegangenen Containern weiter. In deutschen Gewässern wurden bisher zehn Container gesichtet, allerdings konnte nur einer von ihnen gesichert werden, wie das Havariekommando mitteilte. Die anderen neun seien vom Ölüberwachungsflugzeug oder vom Polizeihubschrauber aus sichtbar gewesen. Sie waren allerdings bereits gesunken, als ein Schiff ihre Position erreichte.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte Konsequenzen. Es stelle sich die Frage, wie dutzende Container von dem Schiff über Bord gehen konnten und ob menschliches Versagen vorliege, sagte Lies dem Sender radio ffn am Donnerstag.

Angesichts der Schwierigkeit, die verlorenen Container im Meer zu orten, stelle sich die Frage nach einer Vorsorge. Denkbar sei es beispielsweise, zumindest Gefahrgut-Behälter mit Sendern auszustatten, um ein möglichst schnelles Auffinden zu ermöglichen, sagte der Minister. Zudem müsse künftig dafür gesorgt werden, dass Gefahrgut-Container auf Frachtern an Stellen gelagert werden, wo sie einem möglichst geringen Risiko ausgesetzt seien.

Auch die Umweltorganisation Greenpeace machte sich für eine solche Lösung stark. Dem NDR sagte ihr Chemie-Experte Manfred Santen, technisch sei es kein Problem, solche Systeme einzubauen. Sie sollen dafür sorgen, dass Container mit gefährlichen Stoffen auch unter Wasser schnell gefunden und geborgen werden können. Es gebe großen Nachholbedarf, erklärte der Greenpeace-Experte.

Die „MSC Zoe“ hatte in der Nacht auf Mittwoch auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven rund 270 Container in stürmischer See verloren. „Bisher können wir bestätigen, dass maximal drei Container mit Gefahrgut über Bord gegangen sind“, sagte ein Sprecher des Havariekommandos am Donnerstag. „Diese Container wurden noch nicht gefunden.“

Am Strand der niederländischen Insel Schiermonnikoog wurde am Donnerstag ein Beutel mit 25 Kilogramm hochbrennbarem organischen Peroxid-Pulver angeschwemmt. Das Pulver kann bei Kontakt zu Hautverätzungen führen. Nach Angaben der niederländischen Küstenwache befanden sich unter den verlorenen Containern drei mit Peroxid-Pulver.

Freiwillige sammeln auf der niederländischen Insel Terschelling angespülte Waren vom Bord der “MSC Zoe” ein.

Auf mehreren niederländischen Inseln wurde tonnenweise Strandgut aus den Containern angeschwemmt, darunter Flachbildfernseher und Spielzeug sowie große Mengen Styropor. Zahlreiche Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten an den Stränden, auch die Armee wurde zur Hilfe gerufen.

Das Havariekommando warnt davor, am Strand gefundene Container, Containerteile oder Gegenstände zu berühren. Auch für den Schiffsverkehr stellen die großen Behälter ein Risiko dar. Zur Unfallursache ermittelt mittlerweile die Wasserschutzpolizei Bremerhaven. (dpa, AFP)

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