Wirtschaft

459.000 Stunden im Stau

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Mythos deutsche Autobahn: Fahren, was der Motor hergibt. So schnell wie nirgendwo sonst auf der Welt. Falls man darf. Und falls man überhaupt kann. Denn freie Fahrt für freie Bürger ist meistens nur ein schöner Traum.

Zweitausend Staus gibt es jeden Tag auf deutschen Autobahnen. Im Durchschnitt! Im Alltag sind es oft viel mehr. Sehr viel mehr. Es gibt auch mehr Staus als im Vorjahr. Und da waren es schon mehr als im Jahr davor. Das alles hat der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) herausgefunden. Die Autofahrer wissen das aber schon längst.

Die Zahlen des ADAC sind ernüchternd: 745.000 Staus gab es demnach im vergangenen Jahr. Zusammengerechnet waren sie anderthalb Millionen Kilometer lang. Insgesamt waren die Autofahrer 459.000 Stunden zum Stillstand gezwungen – das ist mehr als ein halbes Jahrhundert an Langeweile, Bluthochdruck und Verzweiflung.

Als Gründe für den Anstieg führt der Automobilclub die gestiegene Fahrleistung an. Das heißt: Wir alle, wie auch unsere Gäste aus dem Ausland, die Transporteure und Zulieferer, fahren immer öfter und immer länger. Letzteres lässt sich allerdings nur schwer vermeiden bei den vielen Staus.

Ein weiterer Grund für vielfach ruhenden Verkehr sei die höhere Zahl an Baustellen: 2018 gab es rund drei Prozent mehr Nadelöhre als 2017. Das führt zwar temporär zu Langeweile, Bluthochdruck und Verzweiflung (siehe oben), kann die Lage aber langfristig auch etwas entspannen, falls die Strecke anschließend mehr Verkehr aufnehmen oder den Verkehr zumindest störungsfrei abwickeln kann.

Den wichtigsten Grund, warum man auf deutschen Autobahnen nicht so recht vorankommt, nennt der Club jedoch nicht. Dafür kennt ihn jeder Staugeplagte: Es ist der Autofahrer ganz vorne im Stau.

rb/nob (dpa, ADAC)

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